Große Kunst – Graffiti in Berlin

Das Graffiti des Mercure Hotels Berlin Mitte

Berlin ist bekannt für seine Kunstszene und seine unzähligen Museen. Doch die wohl schönste Galerie ist die Stadt selbst: Graffitis und Street-Art gehören zu Berlin wie das Brandenburger Tor. Vor der Wende verliehen die bunten Bilder und Schriftzüge der Mauer im Westen Farbe, seit dem Mauerfall gestalten und kommentieren sie den Wandel der Stadt. Heute gibt es in Berlin eine riesengroße Graffiti-Szene und auch viele internationale Künstler reisen regelmäßig an, um neue Sprühkunstwerke zu hinterlassen.

Eines der größten und spektakulärsten Gemälde befindet sich an der U-Bahn-Station Gleisdreieck, auf der gesamten Außenmauer des Mercure Hotels Berlin Mitte. Wer die Vorderseite des Hotels mit Drehtüreingang und Leuchtreklameschrift sieht, rechnet wohl kaum mit einer derart gigantischen Seitenansicht: Auf 600 Quadratmetern versammeln sich verschiedenste Motive wie Aztekenfiguren, ein Jaguar, eine U-Bahn, eine Indianerprinzessin, der Fernsehturm oder Karl Marx inmitten exotischer Vegetation und Berliner Häuserzeilen.

Hier verbindet sich künstlerische Qualität  mit einem noblen Anliegen. Sigrid Scheide, Hoteldirektor


Die Fassadengestaltung ist jedoch nicht nur ein Blickfang, sondern vor allem ein kultureller Brückenschlag. Denn die einzelnen Motive auf dem Graffiti sind eine Mischung aus lateinamerikanischen und Berliner Elementen und symbolisieren so ein Anliegen des gemeinnützigen Vereins Interbrigadas: den internationalen Austausch der beiden Kulturen zu fördern. Dafür holte Interbrigadas 2009 die drei Künstler Shamaniko, Hechiza und Somos aus Kolumbien sowie die Graffiti-Künstler UKI aus Venezuela nach Deutschland. Und es ist ihnen gelungen, den Gedanken zu verbildlichen: Bei genauer Betrachtung verschmelzen die Einzelmotive harmonisch zu einem großen Ganzen.

Tatkräftig unterstützt wurden die Künstler von der Mercure Hoteldirektorin Sigrid Scheide und dem Geschäftsführer Thorsten Hecht, die Interbrigadas damals die Erlaubnis gaben, die Fläche zum Zweck der künstlerischen Völkerverbindung zu nutzen. Besonders gut kann man das Meisterwerk übrigens von den vorbeifahrenden U-Bahn-Linien 1 und 2 aus bewundern – aber es lohnt auch, sich etwas mehr Zeit zu nehmen und es aus der Nähe zu betrachten. Denn inmitten der bunten Collage aus Figuren, Farben und Formen entdecken selbst die Hotelmitarbeiter, die hier jeden Tag vorbeikommen, immer wieder etwas Neues.

Noch mehr Street-Art in Berlin

Veröffentlicht von  / 27/06/2017
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